Slinda und ich – zehn Wochen später
Liebes Tagebuch,
ich glaube, ich komme dieses Jahr aus diesem „Es ist schon wieder so viel Zeit vergangen, ohne dass ich dir geschrieben habe – sorry“- Modus nicht mehr raus.
Ach maaaaaan. Mich nervt’s ja selber. Während es in den letzten Wochen vermutlich auch mit meinem Zustand zusammenhing, fehlt mir jetzt gerade einfach die Zeit. Und damit sind wir auch direkt beim Thema. 😉
In meinem letzten Blogpost hatte ich dir mitgeteilt, wie ich mich fühl(t)e. Motivationslos, schwer, emotionskühl, bedrückt, einfach nicht wie sonst. Als wäre die Leichtigkeit aus meinem Leben gewichen und ich in eine kleine Depression gerutscht. Natürlich bin ich daraufhin auch direkt in die Ursachenforschung gegangen, siehe mein letzter Post. Ich hatte meine Tabletten in Verdacht und war deshalb beim Frauenarzt.
Aus Endovelle wurde Slinda. Auf diesem Stand müsstest du sein.

Und wie geht’s mir heute? Eindeutig besser!
Ich habe meine Motivation wiedergefunden. Vielleicht noch nicht zu 100%, aber die Dinge gehen mir nicht mehr ganz so schwer von der Hand, wie in den letzten Wochen / Monaten. Ich packe wieder mehr an, statt Dinge ewig liegen zu lassen oder einfach nur vor mich hin zu vegetieren. Und selbst Sport versuche ich seit einigen Wochen wieder in meine Routine zu integrieren. Bisher schaffe ich es nur 2x die Woche für 20 Minuten, aber hey, es ist ein Anfang. Wobei ich kurz einbauen muss, dass ich jetzt über eine Woche gar kein Sport gemacht habe, weil es mich krankheitsbedingt aus den Latschen gekippt hat. Ein Glück vergeht sowas wieder.
Wo ich aktuell noch nicht ganz sicher bin, ob sich eine Veränderung getan hat, ist meine Gefühls- und Emotionswelt. Ich habe nach wie vor das Gefühl, mich auf manche Veranstaltungen zwar irgendwie zu freuen, aber eben nicht so richtig. Ich bin dabei, aber nicht wirklich anwesend. Besonders deutlich merke ich das am Folgetag, wenn ich das Erlebte noch einmal Revue passieren lasse und versuche, meine dabei empfundenen Emotionen abzurufen. Möglicherweise brauche ich einfach noch Zeit und Geduld, bis die Wirkung der alten Tabletten vollständig nachgelassen und sich mein Körper an die neuen gewöhnt hat? Wobei ich hier schon etwas zweifele. Immerhin sind jetzt schon gute 10 Wochen vergangen. Aber vielleicht dauert es eben doch länger. Wer weiß das schon? Schließlich habe ich die alten Tabletten gute zwei Jahre genommen.
Eine zweite Theorie wäre, dass ich meinen ‚Vorsatz‘ vom Anfang des Jahres nicht eingehalten habe. Mein Terminkalender platzt aus allen Nähten und meine Batterie hat wenig Möglichkeit sich wieder vollständig aufzuladen. Und ja, ich merke, dass ich diesbezüglich auch mit meinen Emotionen manchmal gar nicht hinterher komme bzw. gar nicht hinterherkommen und mich auf die Veranstaltung ‚konzentrieren‘ kann. Es sind so viele andere Tabs in meinem Kopf parallel geöffnet, crazy.
Immer wenn mich einer fragt, ob ich mich schon auf meine New-York-Reise freue, antworte ich, dass es für mich noch ganz weit weg ist, weil vorher noch so viel anderes auf dem Plan steht und derweil sind es jetzt nur noch knappe 4 Wochen. Kaum ist eine Veranstaltung vorbei, wird sie auch schon von der nächsten gejagt. Es bleibt irgendwie gar keine Zeit, das Erlebte richtig zu verarbeiten, sich darauf zu freuen oder es einfach nachwirken zu lassen.
Als ich versucht habe meiner Freundin meine Gefühle / Emotionen zu schildern, antwortete sie, dass es ihr aktuell ähnlich ergeht und es vielleicht auch ein bisschen der Jahreszeit geschuldet ist. Schließlich wird’s jetzt wieder zeitig dunkel, die grauen, kühleren Tage häufen sich und auch darauf muss man sich erst mal wieder einstellen. Das hat mich ein wenig beruhigt und mir wenigstens etwas Mut gemacht.
Aber ja, was ist, wenn es nicht an der Jahreszeit liegt? Oder an meiner zweiten Theorie? Und was ist, wenn es auch nicht in Verbindung mit den Tabletten steht? Ich meine, ich kann es nicht sicher sagen, sondern vermute es nur. Irgendwie bereitet es mir Sorge.
Gleichzeitig habe ich ein bisschen „Angst“, dass auch wichtige Termine, die noch vor mir liegen, emotional eher kühl an mir vorbeiziehen könnten. Dass ich zwar dabei bin, aber nicht wirklich mittendrin. Und das obwohl genau diese Termine emotional was auslösen sollten, weswegen es einmal wichtiger wäre sie zu genießen. Mehr kann ich an der Stelle leider noch nicht sagen, sonst greife ich zu weit vor.
Da ich heute und auch in den nächsten Tagen das Rätsel wohl nicht lösen werde, muss ich es wohl oder übel erst mal so nehmen, wie es kommt. Und dann eben warten, Tee trinken und beobachten, was passiert. Richtige Ruhe wird erst im neuen Jahr einkehren und spätestens dann wird sich zeigen, wie es um meine Gefühlslage steht.
Lass mich dir sagen, dass weder Akzeptanz noch Geduld meine großen Stärken sind. Da es mit Zwang auch bloß nicht’s wird, versuche ich mir die Zeit zu geben.
So, das war’s auch schon mit meinem kleinen Lebenszeichen zum Montag!
Und wie geht’s dir?




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