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Wanderabenteuer Zugspitze – Vorbereitung ist alles, außer man läuft los.

(Teil 3 - und damit auch der letzte Teil) Liebes Tagebuch,


um dich nicht weiter auf die Folter zu spannen, ‚erzähle‘ ich dir jetzt vom dritten und letzten Part meiner Wanderung auf die Zugspitze.


Beim Abschluss des zweiten Parts war ich bei der Knorrhütte angekommen. Die Sonne glitt langsam gen Untergang, was ich daran merkte, dass es im Schatten schon ordentlich frisch war. Ich musste einmal um die Hütte rumlaufen, um zum Eingang zu kommen. Es gab draußen noch eine Terrasse mit Bierbänken, zum Sitzen. Von dort aus ging’s in die Gaststube einmal quer durch, bis eine weitere Tür kam, die Richtung ‚Treppenhaus‘ bzw. Flur führte. Hier gab’s einen kleinen Tresen, an dem ich einchecken konnte. Ein junger Mann stand vor mir und nahm meine Personalien entgegen. Ich hatte nur eine reine Übernachtung gebucht. Wie sollte es auch anders sein, habe ich mal wieder nur Hälfte gelesen, da es durchaus die Möglichkeit gab mit Halbpension oder nur Frühstück zu buchen. Ich entschied mich Frühstück als Option noch hinzu zu buchen, da ich mir gern beim Abendbrot selbst was aus der Speisekarte aussuchen wollte, statt was ‚vorgesetzt‘ zu bekommen. An der Stelle muss ich mal kurz erwähnen, wie geschockt ich war, als der junge Mann meinte, dass es Frühstück von 6:30 bis 7:30 Uhr gab. Was ist das bitte für eine unchristliche Uhrzeit?


Ich wollte auch duschen und das am besten warm. Also kaufte ich noch eine Duschmarke, die mir 3 Minuten warmes Wasser schenkte. Nachdem alles Wichtige geklärt war, wurde mir der Gang zum Zimmer gezeigt. Davor befand sich noch ein Raum, um die Schuhe zu wechseln, Wanderstöcke zu verstauen und sonstige Kleinigkeiten zu verstauen. Dahinter befand sich ein langer Gang, wo jeweils links und rechts Zimmer abgingen. Mein Zimmer war das zweite von vorn. In dem Zimmer befand sich ein großes Doppelstockbett und 3 weitere kleine Betten, so dass insgesamt 7 Leute in dem Zimmer Platz hatten. Ich war oben im Doppelstockbett positioniert. Der junge Mann verriet mir schon, dass er keine Person weiter neben mich quartiert hat, so, dass ich diesen Bereich für mich alleine hatte und mich ausbreiten konnte. Alle Zimmer, genau wie alle Betten hatten Nummern, so dass ich genau wusste, wohin ich muss. Auf allen anderen Betten lag schon Zeug oder Schlafsäcke, so dass ich vermutlich die letzte gewesen bin. Alle Betten waren mit Decken und einem Lacken ausgestattet. Als ich das sah, ärgerte ich mich, dass ich meinen riesigen, sperrigen Schlafsack mitgenommen hatte, da ich mir das Gepäck dann auch hätte sparen können. Auf den Betten, die bereits besetzt waren, hatte mitunter der eine oder andere so einen Hüttenschlafsack. Auch die wirkten praktisch, klein, platzsparend...hm….Ich überlegte kurz, ob ich meinen Schlafsack wirklich auspacken sollte, da ich immer das Problem habe, ihn ganz schwer wieder in seine Hülle zu bekommen. Da ich ihn nun einmal mitgeschleppt habe, wollte ich ihn dann doch wenigstens benutzen, damit es nicht umsonst war.

Danach wollte ich Richtung Dusche aufbrechen. Da es nur eine Dusche für die Damen und eine Dusche für die Herren gab, bildete sich davor bereits eine lange Schlange, weswegen ich mich entschied draußen auf der Terrasse die letzten Sonnenstrahlen einzufangen und erst mal was zu essen. Ich bestellte mir eine große Erbsensuppe mit Würstchen und eine Himbeer-Zitronenbrause. Es gesellte sich ein Wanderpärchen zu mir, die sich bereits auf dem Rückweg befanden und sich noch einmal kurz stärken wollten. Unter der Prämisse, dass die Sonne schon ziemlich tief stand und ich wusste, welchen Weg ich zurückgelegt hatte, fand ich es ‚mutig‘ von den beiden nach ihrem Essen noch weiter zu ziehen. Mal davon abgesehen, dass ich den Weg nicht wieder herunter steigen hätte wollen, stellte ich es mir im Dunkeln noch schlimmer vor. Die beiden erzählten, dass das letzte Stück noch mal einen Zacken härter wird, als all das was ich bisher gelaufen bin. Auch wenn es nur noch knappe 3 bis 4 Km waren, sollte ich doch noch gute 4 Stunden Zeit einplanen. ‚Ach du heiliger…Was habe ich nur getan? Es wird noch schlimmer?‘ Ja, das waren so ziemlich meine ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen. Jetzt war ich erst recht noch mal froh, dass ich wenigstens eine Übernachtung gebucht hatte. Was ich noch erfahren habe: Die meisten Wanderer ziehen ganz zeitig los, spätestens um 8 Uhr sind meist alle unterwegs. Kein Wunder, dass ich unterwegs fast niemanden mehr begegnet bin. Als ich fertig war mit Essen war die Schlange an der Dusche ziemlich gesunken. Da die meisten Halbpension gebucht und es dann Abendessen für alle gab, hatte ich schon fast freie Fahrt. Ich kramte alles zusammen, was ich brauchte und stellte fest, dass vermutlich jeder sofort bemerken würde, dass ich zum ersten Mal in so einer Berghütte übernachte. 1. Hatte ich keinen kleinen Kulturbeutel bei, wo ich alles hätte gebündelt reintun können und derweil ist es nicht mal so, dass ich sowas nicht auch besitze. Und 2. hatte ich auf der Seite gelesen, dass man ein kleines Handtuch mitbringen soll. Ich hatte es wortwörtlich genommen und tatsächlich nur ein kleines Handtuch (Gesichtsgröße) dabei, während alle anderen mit ihren klein zusammengefalteten Sporthandtüchern dastanden. Ich kam mir in dem Moment richtig dumm vor und fragte mich, wo ich mit meinen Gedanken beim Packen gewesen bin, da ich auch solch Handtücher in mehreren Farben besitze. Guuuuut…das kleine Handtuch musste also für meinen gesamten Körper reichen. ‚Oh man‘ …Endlich war ich dran. Der Raum war tatsächlich nur mit einer kleinen Duschkabine ausgestattet, der Rest des Raums bestand fast nur aus Waschbecken und Spiegel zum Zähne putzen, Gesicht eincremen usw. Ich warf die Duschmarke in einen dafür vorgesehenen Behälter und sprintete zur Dusche, da ich nicht sicher war, ob die Zeit erst zählte, wenn ich das Wasser anmachte oder ab dem Zeitpunkt, wenn ich einwarf. Somit hatte ich bereits vorher alle Kleidung abgeworfen. Und ganz ehrlich: Ich habe gefühlt 2-mal geblinzelt und auf einmal waren die 3 Minuten schon um. Das war echt krass. Noch krasser ist, dass ich es mal gerade geschafft habe mich einzuseifen und abzuspülen, danach wurde aus dem warmen wohligen Strahl sofort eiskaltes Wasser, was für Millisekunden auf mich prasselte. Ich erschreckte mich so sehr, dass ich sofort den Hahn ausmachte. Es fühlte sich ein bisschen an, als würde man von einem schönen Traum auf den harten Boden der Realität geworfen werden. Das kleine Handtuch war natürlich pitschnass und doch hatte ich es geschafft mich abzutrocknen. Ich schlüpfte schon in meinen Pyjama und einen Hoodie, da ich mich nicht noch mal in den Gastraum setzen und was trinken wollte. Ich hatte auch keine Lust auf die anderen Wanderer und Gespräche. Ich wollte einfach nur für mich sein und mich schon im Bett einkuscheln und auf dem Handy noch die 3. Staffel von Bridgerton fertig schauen. Also dachte ich, dass es schlau wäre gleich direkt schon Zähne zu putzen, damit ich später nicht noch mal aufstehen musste. Ich ging zum Zimmer und musste mit Erschrecken feststellen, dass ich beim Umpacken zwar die Zahnpasta eingesteckt, jedoch die Zahnbürste vergessen habe. ‚Jesus Maria…‘. Ich nahm also die Zahnpasta mit und rieb mir einen kleinen Klecks mit Hilfe meines Finger’s über die Zähne und spülte den Mund ordentlich aus, um mich wenigstens etwas frisch zu fühlen. Ich wusch mein Gesicht und schminkte mich ab. Ja, ich war geschminkt und ich schien auch die einzige gewesen zu sein. Da ich am Morgen vom Hotel los bin, habe ich mich fertiggemacht wie immer. Und ja zu mir gehört auch immer etwas Schminke ins Gesicht. Die Schminke hatte sogar den positiven Nebeneffekt, dass mir das Gesicht nicht verbrannt ist, da mein Make up einen kleinen Lichtschutzfaktor integriert hat. Ich ging zurück ins Zimmer, legte mich hin und verfolgte meinen Plan in der Hoffnung, dass ich schnell müde und somit schnell schlafen würde. Aber nix da. Ich war wie aufgezogen. Als es 10 Uhr wurde, wo dann Hüttenruhe einkehrte und alle anderen ins Bett kamen, stellte ich fest, dass ich ausschließlich Männer in meinem Zimmer hatte. Keine 5 Minuten später nachdem sie sich hingelegt haben, schnarchte es abwechselnd. Die Wände zwischen den Zimmern waren gefühlt aus Pappe, da ich sowohl die Taschenlampen aus dem Nachbarszimmer sehen und auch alles was erzählt wurde hören konnte. ‚Na das wird ja eine spannende Nacht…‘Der nächste Morgen sah so aus, dass ich kaum ein Auge zugetan habe und mich vom Laster überrollt fühlte. Während alle anderen voller Elan aufsprangen, brauchte ich noch kurz 10 Minuten, um mich zu orientieren. Ich sammelte meinen Krempel zusammen, zog mich an und ging erst mal zum Frühstück. Der Gastraum war schon brechenvoll, dass ich Mühe hatte überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Das Frühstück sah wie folgt aus: Es gab 2 Schnitten mit Wurst, Käse und Butter und eine Tasse Kaffee oder Tee. Gegen 07:30 Uhr war ich startklar und verließ die Hütte. Die Sonne stieg langsam auf und es war noch ziemlich kalt. 4 Grad ließen mich alle meine Zwiebelschichten anziehen, um nicht zu frieren. Die Aussicht, wie am Vortag auch, war phänomenal. Wenige kleine Schleierwolken, blauer Himmel, Sonne und um mich herum alles voller Berge, soweit das Auge reichte. Halb in Trance stapfte ich los. Der Anfang des Weges war etwas bergig, also so kleine Berge wie Sandhaufen, wieder mit Geröll, Geröll und noch mehr Geröll. Ich saugte die Kulisse um mich herum auf, wurde immer munterer und freute mich immer mehr daran, was ich sah. Wie ein kleines Kind, das gerade einen großen Schatz entdeckt hat. Es war einfach nur WOW! Irgendwann kam ich bei einem großen Stein an. Von weitem sah ich schon, dass dort viele noch mal Pause machten. Ich gesellte mich zu den anderen Wanderern dazu, die dabei waren abzuwägen, ob sie den restlichen Weg jetzt hochwandern oder doch lieber Seilbahnfahren. Dann sah auch ich die restliche Strecke, kriegte große Augen und Respekt. Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet, obwohl ich vorgewarnt wurde. Auf einmal ging’s noch mal ziemlich steil und das wieder mit viel Geröll, wo ich bei dem einem oder anderem schon sehen konnte, wie schwierig es war, Stellen zu finden, an den man Halt bekam. Uff… Aber ich wäre nicht Unknown und nicht den ganzen Weg gewandert, wenn ich jetzt aufgeben würde. Wenn ich mir erst mal etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich es in der Regel auch durch. Also verblieb ich noch ein paar Minuten am Stein, um mich seelisch und moralisch auf das letzte Stück vorzubereiten. Ich schaute noch mal einmal hinauf, holte tief Luft und ging los. Und ja das Stück an Strecke war wirklich nicht ohne. Ständig rutschte ich in dem Geröll wieder nach unten. Es gab nicht wirklich festen Untergrund oder größere Steine, um von Stein zu Stein zu skippen. Es gab Phasen, wo ich auf allen vieren hochkroch, ähnlich als würde ich an einer Felswand langklettern. Ich suchte mit den Händen nach Steinen zum Greifen, um mich festzuhalten / zu stützen und hoch zu manövrieren. Ob das eine gute Methode war, weiß ich nicht, aber es funktionierte für mich. Ich glaube kein anderer nutzte seine Hände, aber es war im Endeffekt auch scheißegal. Ich wollte hoch, also kam ich auch hoch, egal wie. Ich war dieses Mal auch so schlau, den Schlafsack irgendwie an meinen Rucksack zu knüppern, dass ich auch beide Hände nutzen konnte, nicht, wie am Vortag.

Immer wenn ich doch mal einigermaßen Halt unter meinen Füßen hatte, machte ich eine kleine Pause. Ich nahm mir Zeit und ließ mich nicht hetzen und sah mein Ziel immer klarer vor Augen. Da ich dieses Mal ungeschminkt war und die Sonne ihre volle Kraft entfaltete, wusste ich schon, was mir blühte, wenn ich irgendwann mal oben ankam. Da es doch etwas frisch war, ließ ich mein Langarmshirt an, sodass meine Arme geschützt waren. Endlich war das lange Geröllfeld zu Ende. Oh maaaaan. Ich verweilte wieder einen Moment, atmete tief und sog wieder den Ausblick ein. Egal wie tief ich alles im Detail beschreiben würde, es würde dem Ausblick einfach nicht gerecht werden. Man muss es einfach live sehen, man muss es fühlen, man muss Herzklopfen haben und das Grinsen nicht wieder aus dem Gesicht bekommen. Im entferntesten Sinne, ist es ein bisschen wie verliebt sein, gepaart mit dem Gefühl, dass man es kaum glauben kann, dass das gerade wirklich passiert. Wie ein Traum. Der letzte Rest war eine Felswand mit einem schmalen Weg, unterwegs auch immer mal mit Griffen zum Festhalten. Mal musste ich große Schritte machen, weil ich mit beiden Füßen nicht nebeneinanderstehen konnte und mal war es ein bisschen wie eine unförmige Treppe hinauf zulaufen. Was ich persönlich demotivierend fand, war das Schild in Erinnerung an einen geliebten Menschen. Dieses Bild und auch der Spruch darunter brannten sich so in mein Hirn ein – ‚Er liebte das Laufen und ist beim Laufen gestorben.‘Viele markieren die Punkte, wo es jemanden aus dem Leben gerissen hat. Ich fand es an dieser Stelle für mich einfach nur deplatziert bzw. wie auch schon geschrieben demotivierend oder sollte ich sagen abschreckend? Ich kletterte gerade denselben Weg nach oben. Klar, mich hat keiner dazu gezwungen und dennoch löste es etwas in mir aus und das obwohl immer im Leben was passieren kann. Kurz vorm Ziel gab es eine letzte Station für eine Pause, wo sogar 2 Bänke platziert waren und man rundum einen Wahnsinns Ausblick hatte. Strahlend blauer Himmel, keine einzige Wolke mehr am Himmel, ich schon fast inmitten auf dem Gipfel, klare, frische Luft und um mich herum Berge. Haaaach. Mir fehlen einfach die Worte, alles zu beschreiben und wiederzugeben. Ich hatte unterwegs schon zig Fotos geschossen und machte noch mehr. Ich konnte mich einfach nicht daran satt sehen bzw. versuchte immer noch verzweifelt, alles was ich sah auf Fotos einzufangen, um alle anderen daran teil haben zu lassen, wenn ich zurück bin.

Als ich fertig war, widmete ich mich, dem letzten Rest. Die letzten riesigen Steine, bis hin zu einer Treppe und den letzten Treppenstufen. Unterwegs überholte ich noch einen Wanderer, der mich auf meine Schuhe ansprach und mich fragte, ob ich all den Weg mit diesen Schuhen gelaufen bin. ‚Ja, klar, wieso denn nicht?‘ ‚Wow, das finde ich, ist schon eine reife Leistung. Bist du das erste Mal hochgewandert oder schon öfter?‘ ‚Das ist tatsächlich mein erstes Mal!‘ ‚Respekt.‘ Da waren sie. Die letzten 3 Stufen. Eins, zwei, drei – ENDLICH OBEN.

Ich wurde von einem so heftigen Gefühl übermannt, dass mir Tränen in die Augen stiegen. Ich wurde von einer Welle voller Stolz und Freude durchflutet, dass ich mir in diesem Moment jemand wünschte, den ich umarmen und mit dem ich mich gemeinsam freuen und stolz sein konnte. Ich wusste echt nicht wohin mit mir und der Emotion in diesem Moment. Ich ging in eine Ecke, wo nicht alles voller Menschen war und lies ein Freudentränchen kullern. Und noch eins und noch eins. Dann nahm ich mein Handy und flüsterte meiner Schwägerin per Sprachnotiz mit gebrochener Stimme, dass ich es geschafft habe. Ich hielt mein Handy ans Herz, als hätten sie oder andere mein Herzklopfen hören / spüren können und dann setzte ich mich kurz, um mich erst mal irgendwie zu ‚beruhigen‘. Mir fiel auf, dass ich doch noch mal gute 4h für den letzten Rest gebraucht hatte. Als ich mich einigermaßen wieder gefangen hatte, ging ich zu jeder Seite und bestaunte den Ausblick. Natürlich durften die Fotos nicht fehlen. Ich war so baff. Ich war so geflasht. Ich konnte es einfach nicht glauben. Immer noch voller Stolz ging ich natürlich noch zum Zugspitzgipfelkreuz. Der Ausblick von dort und ein Foto mit mir und dem Kreuz wollte und konnte ich mir nicht entgehen lassen. Und es war mir auch egal, dass ich doch noch länger anstehen musste, als ich es erwartet hatte. Dadurch, dass auf dieser Plattform wenig Platz ist, können die Menschen nur vereinzelt hin. Auch der Weg zum Zugspitzgipfel war ziemlich schmal und nur über eine Leiter erreichbar. Hier war schon Rücksichtnahme und Achtsamkeit der Menschen gefragt. Hinter mir stand einer Familie, die mit mir zusammen auf den Gipfel stieg und ich fragte, ob sie ein Foto von mir machen können, ich würde im Gegenzug eins von Ihnen schießen. Natürlich war das alles kein Problem. Als ich vom Gipfel wieder auf der Aussichtsplattform stand, merkte ich, wie hungrig ich war und dass ich dringend aus der Sonne raus musste, da mein ganzes Gesicht brannte. Da ich den Ausblick noch etwas genießen wollte, suchte ich mir ein Plätzchen zum Sitzen im Schatten und belohnte mich mit einen großen Germknödel, einen Cappuccino und einen Aperol Spritz. Ich hätte noch ewig dort verweilen können und dennoch war es irgendwann Zeit zum Gehen. Ich kaufte vorher noch einen Magneten, als kleine Erinnerung, um danach die Bahn Richtung Ehrwald zu suchen. Als ich die Bahn betrat, weinte ich innerlich ein kleines bisschen, dass ich jetzt einfach so wieder nach unten fuhr. Ich freute mich aber auch ein bisschen auf mein Auto und andere Schuhe, auf eine Dusche, einfach auf chillen. Ich sog nochmal den Ausblick aus der Bahn auf, bis ich unten wieder ankam. Selbstbewusst lief ich aus der Bahn raus, schnurrstracks Richtung Auto. Nur kam mir leider die Umgebung so gar nicht bekannt vor. Ich lief runter, wieder hoch, ich lief rechts, ich lief links, auf der Suche nach meinem Auto. Nur da war keins. Ich checkte irgendwann, dass ich nicht wieder da angekommen bin, wo ich los lief. Boooooaaaaahhhhh…

Ich muss sagen, dass mich das in dem Moment richtig abnervte, einfach weil ich mich schon so auf das Auto gefreut habe. Ich freute mich den Rucksack und den Schlafsack loszuwerden, dass das ein kleiner Rückschlag für mich war. Ich googelte nach meinem Startpunkt und stellte fest, dass ich noch weitere 5km durch die Pampa latschen musste. Es half alles nichts, da musste ich jetzt wohl durch. Noch dazu war ich ja auch selbst Schuld. Hätte ich mich einfach insgesamt besser vorbereitet, wäre mir das eine oder andere wohl erspart geblieben. Aber ich wäre nicht ich und hätte im Nachgang keine witzigen Geschichten zu erzählen, geschweige denn was zu lachen, wenn ich immer top vorbereitet wäre. Und ich glaube auch oft, dass ich das eine oder andere in meinem Leben vielleicht nicht gemacht hätte, wenn ich bestimmte Dinge vorher gewusst hätte. Es ergibt oftmals doch einen Sinn. Vielleicht nicht für andere, aber für mich schon. Nach weiteren 1,5 bis 2h laufen fand ich dann auch endlich happy mein Auto. Ende gut, alles gut.

PS: Ich hatte wirklich Sonnenbrand des Todes im Gesicht.

 
 
 

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